Ludger  Neuwinger-Heimes
Digitalisierung  Zukunft der Arbeit  05.12.2017

Bereit sein für Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist nun schon seit geraumer Zeit als Schlagwort in den Wirtschaftsnachrichten präsent. Ist die „vierte industrielle Revolution“ nur ein Hype oder tatsächlich ein Zukunftsthema. Und was bedeutet das für Freudenberg Sealing Technologies (FST)? ESSENTIAL sprach mit Chief Financial Officer Ludger Neuwinger-Heimes.

Neuwinger-Heimes wählt den Vergleich zur Elektrizität, um die Dimension von Industrie 4.0 zu beschreiben: Zuerst ging es darum, Glühbirnen zum Leuchten zu bringen, heute speist sich die Antriebstechnik in Fahrzeugen daraus. Ähnliches Potenzial sieht er auch in der vernetzten Industrie: Vor allem, weil sich hier mehrere Entwicklungen bündeln: Künstliche Intelligenz, Big Data, maschinelles Lernen und Cloud. „Sie zusammen machen die Mächtigkeit der Entwicklung aus.“

3D-Druck mit disruptivem Potenzial

Das werde zu veränderten Arbeitsprozessen und zu radikal veränderten Geschäftsmodellen führen, glaubt Neuwinger-Heimes. Vor allem im 3D-Druck sieht er disruptives Potenzial. Wenn sich zukünftig die Verbraucher ihre Schuhe selber ausdrucken, dann werde dies auch die Lieferantenindustrie und weitere Branchen beeinflussen. Ähnliches gelte auch für die Dichtungsindustrie. Schon heute sei es im Grunde viel zu kompliziert, wenn sich ein Kunde in Australien eine Dichtung in Deutschland bestellt. Viel einfacher wäre es doch, sie dort auszudrucken, wo sie benötigt werde. Vielleicht stelle deshalb Freudenberg Sealing Technologies irgendwann einmal nur noch die Maschine, das Material und die Ingenieurleistung zur Verfügung, während sich der Kunde das Produkt selbst druckt.

Lernen und Erfahrungen sammeln

Neuwinger-Heimes sieht das Unternehmen in puncto Industrie 4.0 gut vorbereitet. Die sogenannte „vierte industrielle Revolution“ sei intensiv bewertet worden und FST ist bereit, sich gezielt darauf einzulassen: „Wir müssen aber auch unterscheiden lernen, was Hype ist und was auf Dauer unser Dichtungsgeschäft unterstützt.“ Zudem gelte es, Erfahrungen zu sammeln, wie die neuen Technologien richtig anwendet werden können. „Sobald wir anfangen, die Prozesse zu verstehen, ändert sich alles.“ Derzeit zum Beispiel könne niemand um die Ecke bohren – es konzipiert also auch niemand gewundene Hohlräume. Mit 3D-Druck aber wäre das problemlos möglich.

Die Entwicklungen rund um Industrie 4.0 werden laut Neuwinger-Heimes allerdings nicht über Nacht kommen. Man werde Zeit haben, sich auf die damit einhergehenden Veränderungen einzustellen, dürfe sie aber nicht ignorieren.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Ludger Neuwinger-Heimes, sowie die Ansichten zu Industrie 4.0 von Dieter Schäfer (Chief Operations Officer von FST), in der aktuellen Ausgabe unseres Kundenmagazins ESSENTIAL. Sie finden beide hier.


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