Terry Tamminen
Nachhaltigkeit  E-Mobilität  07.08.2018

Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht aus

Der US-Amerikaner Terry Tamminen hat sein Leben dem Klima- und Umweltschutz verschrieben. Er war maßgeblich daran beteiligt, in Kalifornien ein ebenso vielschichtiges wie nachhaltiges Umweltprogramm zu implementieren. In der aktuellen Ausgabe der ESSENTIAL spricht er darüber, dass in ökologischem Handeln großes ökonomisches Potenzial steckt.

Terry Tamminen

Wenn Terry Tamminen erzählt, warum der Schutz der Umwelt in seinem Leben eine so große Rolle spielt, dann ruft er sich zwei Aha-Momente in Erinnerung. Als junger Mann erlebte er hautnah, wie sein Tauchrevier vor der Küste Kaliforniens innerhalb eines Jahrzehnts nicht mehr wiederzuerkennen war. Die Umweltverschmutzung hatte die Flora und Fauna nachhaltig geschädigt. Als er Jahrzehnte später auf Arnold Schwarzenegger traf, erkannte der heute 66-Jährige in ihm einen Gleichgesinnten, der sich für den Klima- und Umweltschutz engagierte. Nachdem der gebürtige Österreicher kalifornischer Gouverneur geworden war, machte er Tamminen zu seinem Umweltberater. Gemeinsam setzten sie zahlreiche Vorhaben in die Realität um, und machten Kalifornien zu einem Vorreiter in Sachen Umweltschutz.

Umweltschutz dank Wasserstofftechnologien

Inzwischen ist Tamminen CEO der Leonardo-DiCaprio-Stiftung, die sich für gefährdete Tierarten einsetzt, und der Wiederherstellung des Gleichgewichts bedrohter Ökosysteme widmet. Für ihn sind Ökonomie und Ökologie keine Gegenspieler. Er erkennt vielmehr, dass Unternehmen vom Umweltschutz profitieren können, etwa durch energieeffiziente Produktion oder den Emissionshandel. Innovationen wie die Wasserstofftechnologie helfen darüber hinaus dem Umweltschutz auf die Sprünge: „Wenn Wasserstoff durch Elektrolyse aus Wind- und Sonnenenergie gewonnen wird, dann ist er eine völlig emissionsfreie Ressource. Viele Automobilhersteller bieten Brennstoffzellenmodelle an und denken weiter in diese Richtung.“ Zudem sei die Elektromobilität eine sinnvolle Alternative zum Verbrennungsmotor, denn schließlich „muss das Öl enorme Strecken zurücklegen, bis es zu den Zielmärkten gelangt.“

Müll als Rohstoffmine

Selbst in der heutigen Wegwerfgesellschaft erkennt Tamminen Chancen. Mit den Unmengen an produziertem Müll müsste nur sinnvoll umgegangen werden: „Es ist wirklich verrückt, dass wir Gegenstände nur kurz nutzen, sie dann wegschmeißen, nur um die darin enthaltenen Rohstoffe wieder mühsam anderswoher zu besorgen.“ Für Tamminen lautet die logische Konsequenz: „Müll sollte nicht als Belastung empfunden werden, sondern als Rohstoffmine.“ Ein Umdenken in Politik und Wirtschaft könnte sich deshalb sowohl finanziell wie ökologisch lohnen.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Terry Tamminen hier.


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