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E-Mobilität  Zukunft der Arbeit  Energiewende  15.05.2018

Stabiles Stromnetz dank E-Autos?

Energie, die aus Windkraft- und Solaranlagen gewonnen wird, ist naturgemäß Schwankungen unterworfen. Da immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien in das deutsche Stromnetz einfließt, ist ein stabilisierender Faktor gefragt. Einer könnten Elektroautos sein.

Drehen sich die Windkraftanlagen nicht, weil der Wind ausbleibt, oder fangen die Solaranlagen nur wenig Sonnenenergie ein, dann müssen andere, konventionelle Anlagen einspringen. Liefern Windräder oder Solarzellen jedoch mehr Energie, als benötigt wird, dann müssen sie abgeschaltet werden, um die Übertragungskapazität des Netzes nicht zu gefährden. Dieses aktive Eingreifen in die Stromproduktion verursacht Jahr für Jahr enorme Kosten. Alleine der Übertragungsnetzbetreiber Tennet beziffert seine Ausgaben hierfür im Jahr 2017 auf etwa eine Milliarde Euro in Deutschland. Wie lässt sich dieser Umstand abmildern?

Elektroautos sollen Spitzen und Engpässe abfedern

Das will das Unternehmen nun im Rahmen eines Pilotprojekts herausfinden. Als das Stromnetz stabilisierender Faktor sollen dabei kurioserweise Elektroautos fungieren! Doch so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, ist dies gar nicht. Tennet will jedenfalls zusammen mit zwei weiteren Unternehmen - The Mobility House und Toyota - in der Praxis herausfinden, ob Elektroautos Spitzen und Engpässe im Stromnetz abfedern können. Energiedienstleister The Mobility House entwickelte dafür eine Lade- und Energiemanagement-Software für E-Fahrzeuge, mit der sich der Lade- und Entladevorgang intelligent steuern lässt.

Nur wenige Prozent der Batterieladung gefragt

Die E-Fahrzeuge, die für den Ladeprozess ohnehin am Netz hängen, würden dann Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben. Allerdings nur in einem überschaubaren Rahmen von wenigen Prozent der Batterieladung. Schließlich soll der Fahrer seinen Wagen beim Losfahren nicht mit einer leeren Batterie vorfinden. Das Einbinden von Elektroautos könnte so dazu beitragen, die kostenintensiven Eingriffe der Übertragungsnetzbetreiber zu reduzieren und das Netz stabil zu halten.

5.000 Elektroautos könnten sich spürbar auswirken

Das Pilotprojekt, das acht Fahrzeuge umfasst, soll diesen Ansatz in der Praxis überprüfen. Zudem soll untersucht werden, welche Anreize es für die Halter von E-Fahrzeugen geben könnte, sich an einer solchen Lösung zu beteiligen und wie regulatorische Rahmenbedingungen aussehen müssten. Um Netzschwankungen spürbar auszugleichen, gehen Projektbeteiligte aktuell davon aus, dass rund 5.000 Elektrofahrzeuge ausreichen könnten, um die erforderliche Speicherkapazität von wenigen Hundert Megawatt bereitzustellen.

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