FST Predictive Maintenance
Digitalisierung  Robotik  21.05.2019

Cobots: Von der Käfighaltung zum Freilauf

Industrieroboter unterstützen die Fertigung in Fabriken schon seit langem. Aus Sicherheitsgründen sind sie bislang meist in Käfigen platziert und machen ihre Arbeit ganz alleine. Doch zunehmend kommen auch kollaborative Roboter, auch „Cobots“ genannt, zum Einsatz. Sie sind klein, leicht und wendig und nehmen den Menschen monotone Tätigkeiten ab – etwa in der Simmerring®-Endmontage im Weinheimer Stammwerk von Freudenberg Sealing Technologies.

Manche bestehen fast nur aus einem Arm, den sie gekonnt auf vielen Achsen bewegen, andere sind bereits mit zwei Armen ausgestattet und können Bauteile von einem Greifer zum anderen geben. Aber eines ist allen Cobots gemeinsam: Die „Collaborative Roboter“ sollen mit den Menschen zusammenarbeiten. Das war Industrierobotern lange Zeit nicht möglich. Denn früher wurden sie aus Sicherheitsgründen getrennt von den Werkern in Käfigen gehalten. Cobots jedoch zeigen sich klein, leicht und wendig. Sie sind speziell auf niedrige Lasten und Geschwindigkeiten ausgelegt.

„Freudenberg Sealing Technologies hat Cobots bereits an mehreren Standorten im Einsatz“, sagt Ralf Maisack, der die strategische Entwicklung von Cobots vorantreibt. „In Luserna San Giovanni haben wir beispielsweise einen zweiarmigen Cobot im Einsatz, der Bauteile greift und platziert.“ In Weinheim kümmert sich Prozessingenieur Markus Hotz derzeit um einarmige Roboter. „Cobots eignen sich besonders gut für manuelle Tätigkeiten, die sich ständig wiederholen“, sagt Hotz.

Einer seiner Schützlinge arbeitet zusammen mit einem menschlichen Kollegen in der Endmontage von Simmerringen® und übernimmt zwei Aufgaben: Erst montiert er eine Feder in einen Simmerring® und befüllt dann das Ganze mit der richtigen Menge Fett. Das klingt zwar einfach. Weil der Cobot aber nicht genau für diese Aufgabe gebaut wurde, muss er dafür erst programmiert werden.

„Der Cobot ist mit Sensoren ausgestattet“, berichtet Hotz. Erkennen diese Sensoren ein Hindernis, dann stoppt er sofort. Verschwindet das Hindernis wieder, arbeitet er erst einmal im Schleichbetrieb weiter. Mit roten Linien sind die Bereiche von Cobot und Mensch genau markiert. Der Aktionsradius des Roboters ist dabei mit 1,20 Metern relativ begrenzt. Aber das reicht dem Cobot aus, um seine Arbeit zu erledigen. In der Weinheimer Endmontage läuft der Prozess inzwischen stabil und zuverlässig.

Die Teamarbeit hat viele Vorteile: Der Werker kann sich auf das Einrichten der Produktion, die Qualitätskontrolle und das Verpacken konzentrieren und wird von den besonders monotonen Arbeiten entlastet. Die neuen Kollegen sind dabei nicht als Ersatz, sondern als Gehilfen der Werker im Einsatz. „Ein Cobot arbeitet nie alleine, sondern immer zusammen mit einem Menschen“, betont Hotz. „Einer braucht den anderen.“

Auch in der Mai-Ausgabe unseres Kundenmagazins ESSENTIAL berichten wir darüber, wie die Digitalisierung die Industrieroboter verändert. Lesen Sie hier mehr.


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