FST Predictive Maintenance
Digitalisierung  16.04.2019

Der vernetzte Bauernhof

Dass sich Produktion, Logistik und Handel die Vorteile der Digitalisierung zunutze machen, ist weithin bekannt. Dass die Landwirtschaft dem in nichts nachsteht, mag einige überraschen … allerdings nur auf den ersten Blick. Von der Viehzucht bis zum Ackerbau helfen Datenerfassung und Vernetzung, bessere Ergebnisse zu erzielen und die beschwerliche Arbeit zu erleichtern.

Wer heute einen modernen Bauernhof betritt, der erhält einen guten Einblick davon, wie fortschrittlich das Arbeitsleben zwischen Acker und Stall geworden ist. Wie von Geisterhand verrichten immer mehr Gerätschaften ihren Dienst vollkommen eigenständig. So befahren etwa Traktoren autonom die Felder, Kühe suchen selbstständig Melkroboter auf und Fütterungsroboter mischen die Nahrung nach den Vorgaben des Landwirts zusammen. Anschließend bringen die Roboter das Futter zu den Ställen und verteilen es. Es ist sogar möglich, einzelnen Kühen einen individuellen Mix zuzubereiten. Vorgänge wie diese behält der Bauer über seinen Rechner im Blick und kann sie über eine App auf seinem Smartphone steuern. Und auch wenn Landwirte natürlich immer noch auf ihr Händchen in der Viehzucht und ihre Erfahrung bei der Saat und Ernte vertrauen, so erleichtern ihnen neue Technologien das Tagwerk.

Landwirtschaft braucht technische Entwicklungen

Letztlich ist es nur konsequent, dass die Landwirtschaft 4.0 an Fahrt gewinnt. Schließlich bewirtschaften heutzutage immer weniger Landwirte immer größere Ackerflächen und halten immer mehr Nutzvieh. In Deutschland sank die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 40 Jahren von über 900.000 auf nur noch 270.000. Auf der anderen Seite stieg die Produktivität enorm an. Einfache Ställe wichen großen klimatisierten Hallen. Kleinteilige Parzellen machten Platz für großflächigen Ackerbau. Das führte nicht nur zur Anschaffung immer größerer Traktoren, sondern verhalf der Automatisierung zum Durchbruch in der Landwirtschaft. Angefangen beim elektronisch gesteuerten stufenlosen Getriebe in Traktoren über das Flottenmanagement bis hin zum automatischen Melksystem.

Mehr Möglichkeiten, mehr Effizienz

Mit den 2000er Jahren kamen weitere Vorzüge hinzu. Etwa das auf Satellitentechnik basierende automatische Lenksystem von Traktoren, oder die sensorgestützte Düngung und Bewässerung von Anbauflächen. Das hilft Ressourcen und damit Kosten zu sparen. Zugleich lässt sich die Umweltbelastung verringern. Autonome Futtermischwagen sowie Stallreinigungsroboter erleichtern dahingegen die Nutztierhaltung. Mehr als die Hälfte aller deutschen Landwirte sollen inzwischen digitale Technologien in der Tier- und Pflanzenaufzucht einsetzen. Am weitesten verbreitet sind GPS-Technologien und intelligente Maschinen, die untereinander kommunizieren.

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Wenn die Kuh funkt

Im Stall helfen kleine Chips den Überblick zu behalten. Am Hals von Milchkühen überwachen sie deren Kauverhalten und die zu sich genommene Futtermenge. An den Beinen zeichnen sie die Bewegung der Tiere auf. Obendrein kann sich der Bauer die Milchmengen und deren Zusammensetzung auf seinem Smartphone anzeigen lassen. All dies bietet Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Kühe und hilft möglichen Krankheiten frühzeitig nachzugehen. Das Risiko der Landwirte, wirtschaftliche Einbußen zu erleiden, lässt sich minimieren. Der moderne Landwirt wird zu einem Datenmanager, der die beständig gesammelten Informationen richtig überblicken und interpretieren muss, um seinen Betrieb effizienter zu bewirtschaften.

Kleine Höfe und Landwirte in Afrika profitieren

Oft profitieren von den Innovationen zunächst große Landwirtschaftsbetriebe. Doch auch kleinere Bauernhöfe sind verstärkt imstande neue Entwicklungen aufzugreifen. Dabei helfen Start-ups, die kostengünstige Eigenentwicklungen auf den Markt bringen. Auch auf dem afrikanischen Kontinent wächst die Hoffnung, mit digitaler Unterstützung die heimische Landwirtschaft zu optimieren. Das ist aufgrund der steigenden Bevölkerung und schwierigen klimatischen Bedingungen dringend geboten. Start-ups von Ghana und Nigeria bis Kenia versuchen diesen Prozess zu begleiten, indem sie den Bauern Analysetools an die Hand geben. Sie sollen helfen, den Ernteertrag zu erhöhen. Zudem besteht eine Hoffnung, mit dem Einsatz moderner Technologie, die Landwirtschaft für jüngere Menschen attraktiver zu machen. Denn einer der ältesten Berufe der Welt ist technologisch längst auf der Höhe der Zeit, und zwar länderübergreifend.


Wie die Digitalisierung unsere Welt verändert und wie Freudenberg Sealing Technologies die Digitalisierung nutzt, davon handelt unser aktueller Themenschwerpunkt. Mehr zur Digitalisierung lesen Sie auch in unserer kommenden Ausgabe „Eins. Null. Eins.“ der ESSENTIAL.


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