Essential New Lab
Digitalisierung  30.07.2019

Digitalisierung auf Dänisch

Ein Gartenfest mit Freunden im Sommer, Kerzenlicht im Winter – die Dänen verstehen so viel von Gemütlichkeit, dass das Wort „hygge“ mittlerweile international verwendet wird. Doch gleichzeitig setzt das flächenmäßig kleinste Land Skandinaviens massiv auf die Digitalisierung.

Der DESI gilt in Brüssel als das Maß aller Dinge in Sachen Digitalisierung. Jahr für Jahr erstellt die Europäische Kommission den „Digital Economy and Society Index“, ein offizielles Länderranking, das den Grad der Digitalisierung in den Mitgliedsstaaten vergleicht. Jahrelang war Dänemark auf den Spitzenplatz abonniert. 2019 wurde das Bewertungsschema geändert, unter anderem wird nun die Vorbereitung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G und der Anteil der Frauen an den IT-Spezialisten erstmals gewertet. Das Resultat: Das Königreich muss sich Finnland knapp geschlagen geben. Es liegt jedoch mit 68,8 Punkten noch immer sehr deutlich über dem EU-Durchschnitt, der 52,5 Punkte beträgt. (Deutschland liegt mit 54,4 Punkten im Mittelfeld.) Besonders lobt die Kommission an den Dänen, dass die Breitbandabdeckung der Haushalte 99,5 Prozent beträgt – und das, obwohl es im ganzen Land nur fünf Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern gibt. Zudem ist in 99 Prozent aller Haushalte der Mobilfunkempfang mit LTE möglich. Beim Thema Konnektivität sind die Dänen schon heute Europameister.

Modellstadt Kopenhagen

Auch wenn das flache Land in Dänemark nicht vom Datenstrom abgehängt ist, so ist die Hauptstadt Kopenhagen doch der Dreh- und Angelpunkt der Digitalwirtschaft. Gefördert wird dieses Image auch von Bürgermeister Frank Jensen, der seit 2010 amtiert. Mit sanftem Druck stellte er die gesamte öffentliche Verwaltung auf „E-Government“ um. Ob es um die Anmeldung zur Kita oder um den Antrag für einen neuen Pass geht: Dänische Staatsbürger können alles vom heimischen Sofa aus erledigen. Zur Identifikation reicht die Sozialversicherungsnummer. Wer will, kann sich sogar für ein SMS-Abo registrieren, das am Vorabend darüber informiert, welche Mülltonnen am Folgetag abgeholt werden. Kopenhagen ist aber auch die Stadt, die sich konsequent nachhaltiger Mobilität verschrieben hat. Auch dabei sollen digitale Lösungen helfen, wie sie das kommunale Start-up „Gate 21“ entwickelt. Die Grundidee basiert darauf, dass jeder seine Bewegungsdaten anonymisiert permanent an einen zentralen Server sendet. Anders als bei Google wird dann nicht nur die aktuelle Verkehrssituation dargestellt, sondern auch eine Prognose für die kommende Stunde. Mit dem Datenschutz haben die Dänen ohnehin kein Thema – auch im analogen Leben ist es unüblich, Vorhänge anzubringen oder Türen zu verschließen.

Digitalization Hygge

Digitale Bildung

Bei den digitalen Fähigkeiten der eigenen Bevölkerung hat Dänemark noch Potenzial. Zwar steht das Land in der Kategorie Internetnutzung auf Platz 1, aber es mangelt an professionellen IT-Experten. In der offiziellen Digitalstrategie lautet daher ein Arbeitspaket: „Digitale Fähigkeiten für alle“. Allein zehn Millionen Euro fließen in ein Programm, mit dem die digitale Bildung in Grund- und Mittelschulen verbessert werden soll. Innerhalb von zehn Jahren sollen die Studentenzahlen in Mathematik, Informatik sowie Ingenieur- und Naturwissenschaften um 20 Prozent steigen.


In der aktuellen Ausgabe unseres Kundenmagazins ESSENTIAL berichten wir über Menschen, die an der Digitalisierung Dänemarks aktiv arbeiten. Lesen Sie hier mehr.

Dürfen wir Sie einladen, an einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München teilzunehmen? Die Leser-Befragung beschäftigt sich mit der Relevanz und Glaubwürdigkeit von B2B-Kundenmagazinen – hier konkret der ESSENTIAL - bei ihren Lesern. Der Link zur Befragung: www.soscisurvey.de/essential2019/


×

Neuigkeiten aus erster Hand?

Neuigkeiten und Hintergründe aus der Dichtungstechnik erfahren, innovative Produkte kennenlernen – im kostenlosen E-Mail-Newsletter von Freudenberg Sealing Technologies.