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Nachhaltigkeit  E-Mobilität  26.09.2019

Technologien für die Mobilität der Zukunft

Anlässlich eines Pressegesprächs präsentierten Claus Möhlenkamp, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Freudenberg Sealing Technologies, und Brennstoffzellenexperte Dr. Manfred Stefener im Innovationszentrum „Brennstoffzelle“ in München ihre Vision für nachhaltige Mobilitätslösungen. Von der Brennstoffzelle bis zur Batterietechnik ist das Unternehmen dabei, sich breit aufzustellen.

Der Klimaschutz steht schon seit ein paar Jahren ganz oben auf der Agenda von Wirtschaft und Gesellschaft. In den letzten Monaten hat das Thema weiter an Priorität gewonnen und führt dazu, dass viele Unternehmen ihre Strategie neu auflegen. Besonders der Mobilitätssektor ist in einem Wandel inbegriffen, dem sich auch Freudenberg Sealing Technologies als Lieferant für Automobil- und Nutzfahrzeughersteller weltweit nicht entziehen kann – und auch nicht möchte.

Möbilität für die Zukunft

Das klassische Geschäft insbesondere bei Verbrennungsmotoren und bei Getriebelösungen im Automobilsektor wird in den kommenden Jahrzehnten durch die Elektromobilität stetig zurückgehen, erklärte Claus Möhlenkamp bei einem Pressegespräch Ende September in München. Nun gelte es, den langfristig zurückgehenden Umsatz mit Produkten für verbrennungsmotorische Antriebe mit einer nachhaltigen Strategie zu substituieren. Ein umfangreiches Produktportfolio an Komponenten für Elektro-Mobilitätsanwendungen – weg von klassischen Dichtungslösungen hin zum Elektro-Antrieb, über Leistungselektronik, Batterie und Brennstoffzelle – ist dabei ein Bestandteil.

Fokus auf Heavy-Duty-Geschäft

Während der Fokus im Automobilgeschäft bei den Komponenten bleibt, entwickelt sich Freudenberg Sealing Technologies für Heavy-Duty-Anwendungen, also für Nutzfahrzeuge, Schiffe und Züge, zum Systemanbieter von Brennstoffzellen und Batterien. „Die technischen Anforderungen an Leistungskraft und dauerhafte Zuverlässigkeit sind im Heavy-Duty-Geschäft besonders hoch. Dies kommt unserer Technologie- und Innovationskompetenz entgegen“, sagte Möhlenkamp. Man habe sich bewusst gegen Anwendungen für Pkw entschieden, da es für dieses Segment bereits zahlreiche Anbieter gäbe.

Stärkung der Expertise durch Akquisitionen

Die Brennstoffzelle ist für Freudenberg Sealing Technologies kein neues Thema, schon seit 1995 setze das Unternehmen auf diese nachhaltige und zukunftsweisende Technologie, erklärte Dr. Manfred Stefener, Vice President Lead Center Brennstoffzellensysteme bei Freudenberg. Diese über Jahrzehnte aufgebaute Erfahrung wurde 2018 mit dem Erwerb des Brennstoffzellenherstellers Elcore weiter gestärkt.
Das übernommene Entwickler-Team bildet nun den Kern des Freudenberg Innovationszentrums in München. 60 Ingenieure arbeiten dort momentan an eigenen Brennstoffzellen-Stacks für mobile Anwendungen mit einem Leistungsspektrum von 30 bis 100 Kilowatt. Noch erinnert der Standort an ein junges Start-up. Doch bis 2024 soll ein komplettes Brennstoffzellensystem in Serie gehen. Deshalb befände man sich stark im Aufbau auch in Bezug auf die Mitarbeiterzahlen, erläuterte Dr. Stefener während des Rundgangs durch die Testanlage.

Möbilität für die Zukunft
Möbilität für die Zukunft
Möbilität für die Zukunft
Möbilität für die Zukunft

Etwa zeitgleich gewann Freudenberg Sealing Technologies durch die Akquise des US-amerikanischen Herstellers XALT Energy wichtige technologische Expertise in der Batterietechnik hinzu. Auch hier sei das Ziel, Kunden eine Gesamtlösung für Energiespeicherung und -wandlung anbieten zu können. So würde auch die benötigte Steuerungs- und Regeltechnik größtenteils im eigenen Haus gefertigt, erklärte Möhlenkamp. Außerdem überlege man, mit einem Charging-System ins Schnellladesystem einzusteigen.

Interesse am Markt bereits jetzt sehr groß

Mit den beiden Zukunftstechnologien Batterie und Brennstoffzelle ist Freudenberg Sealing Technologies auf dem besten Wege, sich eine herausragende Position am Markt zu schaffen. Besonders mit der Kombination der beiden Technologien für saubere, leistungsfähige und wirtschaftliche Antriebe kann das Unternehmen jetzt schon überzeugen. Das große Interesse am Markt belegen zahlreiche Pilotprojekte. So konnte Freudenberg Sealing Technologies erst vor kurzem die Zusammenarbeit mit FlixBus verkünden.

Für das größte europäische Reisebusunternehmen wird Freudenberg Sealing Technologies den ersten Fernbus mit Brennstoffzellenantrieb, ein Hybrid-Fahrzeug mit passendem Batteriesystem, entwickeln. Mit New Flyer konnte Freudenberg Sealing Technologies zudem den größten nordamerikanischen Bushersteller als Kunden gewinnen. Im Fokus sei zudem der Schiffbau und hier insbesondere das Segment für Kreuzfahrtschiffe, erläutert Möhlenkamp.
Auf der Schifffahrt lastet besonders großer Druck, Emissionen einzudämmen. „Für den Einsatz der Brennstoffzelle im Schifffahrtsbereich spricht vor allem der Skaleneffekt. Dieser ist bei Schiffen um einiges größer als im Pkw-Bereich“, so Möhlenkamp weiter. Die ersten Tests auf See sind bereits für 2021 geplant.


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