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Digitalisierung  03.07.2019

Wenn der Einbrecher durch den Toaster steigt…

Das „Internet der Dinge“ verspricht den Verbrauchern einen neuen Grad der Bequemlichkeit und Transparenz: Zentrale Steuerung von Gegenständen, jederzeit abrufbare Informationen. Das bedeutet aber auch neue Risiken.

Auch wenn der Kühlschrank, der eigenständig einkauft, noch immer nicht Realität geworden ist – das „Internet der Dinge“ ist längst Alltag. Im Smart Home lassen sich Heizung, Musik und Kaffeemaschine zentral steuern, Eltern versichern sich mit Hilfe von Kameras in Kuscheltieren, dass im Kinderzimmer alles in Ordnung ist, Toaster und Staubsauger lassen sich über das Smartphone ansteuern. Wie viele Geräte es derzeit gibt, die sich in das „Internet of Things“ (IoT) einwählen können, weiß niemand. 2020 aber könnten es bis zu 50 Milliarden sein.

toaster

Kuscheltiere sind Computer

Das Problem an der Sache: Vernetzungen laufen eben in mehrere Richtungen. Wenn der Heimcomputer Zugriff auf den Toaster hat, ließe sich häufig auch umgekehrt vom Toaster aus Zugriff auf den Heimcomputer erlangen. Viele IoT-Alltagsgegenstände aber sind nur sehr unzureichend vor Angriffen unbefugter Eindringlinge geschützt. Und Motive gibt es viele: Das Ausschnüffeln von Daten und Informationen, der Zugang in eine App oder Cloud, oder die Möglichkeit, Computer zu sogenannten Denial-of-Service-Attacken zusammenzuschließen. Denn genau darum handelt es sich letztlich beim IoT-Toaster und dem Kuscheltier mit Mikrochip: Um Computer.

Käufer sind damit heutzutage aufgefordert, Alltagsgegenstände, die sie gar nicht als Computer wahrnehmen, auf potenzielle Sicherheitsrisiken zu überprüfen. Leider werden sie damit häufig sehr allein gelassen. Es mangelt an Richtlinien, Verbraucherschutz und klaren Angaben. Auch für die Hersteller nämlich sind internetfähige Geräte nützlich: Sie können Daten darüber sammeln, wie die Käufer mit ihnen umgehen, und helfen so bei der Entwicklung neuer Produkte.

Der Verbraucher muss selbst aktiv werden

Das bedeutet: Wer verhindern möchte, dass tatsächlich ein ungebetener Eindringling über den Toaster oder den Bluetooth-Kopfhörer in private Bereiche gelangt, muss sich wohl oder übel für Sicherheitsfragen seiner Alltagsgegenstände interessieren. Völlig ignorieren nämlich werden wir das Internet der Dinge kaum. Es wird in Zukunft auf jeden Fall noch weiter an Bedeutung zunehmen.


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